Archiv der Kategorie: Dat Ole Huus

Buchweizengrütze

Man nehme:

Buttermilch (1 Liter)
125 g Grütze (kein Mehl!)
etwas Salz
Butter
Zucker und Zimt oder Sirup als Ersatz

Grütze mit heißem Wasser überspülen. Milch erhitzen und 1 Teelöffel Salz und die Grütze zugeben. Ca. 20 Minuten kochen lassen. Dann mit den übrigen Zutaten servieren. Manchen schmeckt es auch mit heißem Fett darüber.

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Buchweizenpfannkuchen

Man nehme:

½ Pfund Buchweizenmehl
20 g Hefe
½ Liter Milch
40 g Zucker
30 g Butter
etwas Salz

Die in lauwarmen Wasser angerührte Hefe mit den angewärmten Zutaten vermischen und den Teig schlagen, bis er „blasig“ wird. Eine halbe Stunde gehen lassen und mit Butter in einer Pfanne auf beiden Seiten braun backen. Mit Zucker, Zimt oder Marmelade servieren.

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Ich, dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (6)

aus “Unser Stelle” 8/2005

Buchweizen

Neuerdings stehe ich an der „Mühlenstraße“, weil wir ja in Ashausen auch eine Wassermühle haben, besser hatten. Aber dabei fallen mir die Grützmühlen ein, die den Buchweizen gemahlen haben. Lang, lang ist‘s her…

Buchweizen? Manche sehen jetzt ein leckeres Tortenstück vor sich, andere eine Grütze. Der Name kommt wohl von der Form der kleinen Körner, die an Bucheckern erinnert.Buchweizen

„Meine“ Leute haben den Buch-“weizen“, der eigentlich mit dem Knöterich verwandt ist, anfangs auch angebaut, weil er sehr genügsam ist und deshalb auch auf dem armen Geestboden noch wächst. Doch der Ertrag war gering. Nach dem letzten Frost gesät, wurde er erst im September mit der Sense gemäht. Die Frauen und Mädchen haben ihn zu Garben gebunden, zu „Puppen“ aufgestellt und ca. zwei Wochen auf dem Feld nachreifen lassen. Wenn dann die Ernte in der Deele stand und gedroschen werden sollte, fielen die meisten Körner schon von alleine raus. Natürlich stürzten sich Hühner, Gänse und nicht zuletzt die Schweine darauf und mussten ständig von den Kindern verjagt werden. Das Mehl eignete sich leider nicht zum Brotbacken. Schließlich zog man das Getreide dem „Knöterich“ vor und baute ihn gar nicht mehr an. Erst in unserer Zeit wurde er wieder „entdeckt“ und gilt als eine Delikatesse, die man auch in Ashausen kaufen kann.

Hier zwei alte Rezepte, mit denen „meine“ Bäuerin ihre Familie beglückt hat. Probiert sie mal!

Buchweizenpfannkuchen
Buchweizengrütze

zu Teil 7

Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (7)

aus “Unser Stelle” 9/2005

„Der hat ja einen Dachschaden!“

Leicht sagt sich so ein Satz, aber schwer leidet der darunter, der ihn hat oder hatte – so wie ich. Und das kam so:

Irgendwann im 19. Jahrhundert bevorzugte man größere Rinderrassen, nicht unbedingt höher, aber länger. Da waren die Rinderboxen seitlich der Deele etwas kurz und mein Bauer und Viehhändler beschloss anzubauen. Er ließ einfach einen Teil der nicht
tragenden Außenwand (siehe Folge 3 dieser Serie) aufreißen und einen Meter nach außen versetzen. Dann wurde mein Reetdach darüber ebenfalls verlängert, aber natürlich in einem flacheren Winkel und leider wenig professionell.

Am Anfang ging alles gut, aber allmählich wurden die Anschlussstellen eben doch undicht. Auch das Fundament entsprach nicht meinen Anforderungen. Schlimmer wirkte sich eine zweite Idee meiner Leute auf mein Dach aus: Das so genannte Schweinehaus. Es wurde am Ende nämlich eine echte Sauerei! Wenn ich mich richtig erinnere, war es irgendwann um 1900, als man es im rechten Winkel zur Westseite baute und an mein Dach angebunden hat. Auch hier ging anfangs alles gut. Aber nachdem das schöne Wohnhaus errichtet worden war und ich zum Nebengebäude mutierte – und damit auch nur eine Nebenrolle spielte – begann der Verfall.

ReetdachVor allem die Kehlen zwischen meinem Reetdach und dem Ziegeldach des Schweinehauses wurden für mich ein Unglück. Überall lief das Wasser rein, durchnässte das Reet und die Sparren, besonders die Südwestecke mit ihren Holzbalken. Durch die Kriegszeiten des 20. Jahrhunderts (es gibt noch mehr “Dachschäden“, auch bei euch Menschen!) waren nur wenige Leute mit genügend Geld gesegnet, und so nahm niemand meinen Dachschaden richtig ernst.

Die „Erlösung“ für mich kam erst, als sich am Ende des 20. Jahrhunderts einige junge Leute aus Ashausen für mich interessierten und sofort mein Problem erkannten:
„Rheuma“ in allen „Knochen“. In einer konzertierten Aktion von Denkmalschutz, Gemeinde, damaligen Besitzern, engagierten Handwerkern und eben meinen neuen Freunden wurde mein Dachschaden mit viel Eigenleistung und Enthusiasmus vor wenigen Jahren beseitigt, die gesamte Westseite des Reetdaches erneuert und die Ostseite (Straßenseite) ausgebessert – gerettet!

Was aber nun folgen muss, ist die Erneuerung der gesamten Westwand. Dafür suche ich wieder viele Freunde. Wenn jeder Ashausener dem Heimatverein 5 Euro geben würde, vielleicht nur als zinsloses Darlehen…?

zu Teil 8

Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (8)

aus “Unser Stelle” 10/2005

Heute muss ich ein bisschen passen. Schlimm, wenn man älter wird! Ich überlege seit einiger Zeit, wer mich erbaut und wer im Verlaufe von ca. 200 Jahren unter meinem Reetdach gewohnt hat. Gar nicht so leicht.

Wer weiß mehr?

Richtig bewohnt wurde ich ja nur etwa 100 Jahre. Der Abbauer, der mich erbaute, war ein Landwirt im Nebenerwerb. Abbauern besaßen im allgemeinen nur wenig und nicht sehr wertvolles Land. Vermutlich konnten sie einen Teil des Landes von einem Bauer erwerben. Das Vieh wurde aus Mangel an genügend Weideland an den Straßen- und Wegesrändern geweidet, die die Gemeinde verpachtete. Das Hüten der Rinder und Ziegen übernahmen die Kinder und Altenteiler. Als Zubrot und oft als Haupt-Erwerbsquelle verdienten sich meine Leute Geld als Viehhändler. Hießen sie nun Dittmer? Auf jeden Fall Müller. Müllers wohnten wohl schon seit dem 30-jährigen Krieg im Ort und dann im Olen Huus. Um 1880 mietete ein Heinrich Neven einen Raum an der Ostseite mit Keller und Flett-Teil, um Lebensmittel zu verkaufen und einen Biervertrieb bis weit in die Heide zu betreiben.

Daraus entwickelte sich übrigens der spätere Edeka-Laden am Osterberg, der heute ein beliebtes Café beherbergt. Eine Schwester dieses Heinrich heiratete einen Heinrich Müller, ebensfalls einen
Viehhändler, den Großvater vom späteren Bürgermeister Walter Neven.
Um 1900 kam eine neue Zeit, in der es meinen Heinrichs aufgrund ihres Fleißes und des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs deutlich besser ging als vorher. Deshalb bauten sie sich ja das
schöne neue Haus direkt neben mir und zogen um. Aber der Übergang vom „niederdeutschen Einheitshaus“ mit Wohnteil und Stall zu einem Gebäude ohne Funktion erfolgte erst allmäh-
lich.
Für Wagen, Gartengeräte, Fahrräder, Dünger, vor allem für das Vieh war ich immer noch gut genug. Das war in Kriegs- und Krisenzeiten besonders zu merken und ging bis nach dem 2. Weltkrieg so weiter. Inzwischen hatte ein Albert Röhrs die letzte „Müllerin“, die später im Volksmund nur „Tante Thea“ hieß, geheiratet. Als sie zwischen 1995 und 1997 starben, war ihre Enkeltochter Britta, verh. Muth, meine
letzte Besitzerin, bevor ich in die Obhut des Heimatvereins Ashausen überging.

Wer mir am liebsten war? Die Kinder! Mit ihnen war immer Leben in der „Bude“. Und was wären Altenteiler ohne sie gewesen? Arme, ein-
same Menschen!

zu Teil 9

Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (10)

aus “Unser Stelle” 2/2006

Hurra, es hat geklappt! Ich werde „operiert“!

Am 7. Januar haben sich der Vorstand des Heimatvereins Ashausen und einige Handwerkerfirmen bei mir getroffen.
Und so viel konnte ich aus den Gesprächen entnehmen: Noch
knapp vor Jahresende 2005 hat der Heimatverein sämtliche Förderzusagen erhalten.
Beteiligt sind der Landkreis, das Land, das Amt für Geoinformationen usw. und unsere Gemeinde Stelle. Außerdem stehen einige große und kleine Spenden zur Verfügung, allen voran von der Sparkasse Harburg-Buxtehude. So ist der Heimatverein in der Lage, mit zusätzlichen Arbeitseinsätzen ab sofort meine Westwand zu sanieren.
Die wichtigsten Bau-Aufträge wurden vom Vorstand vergeben. Näheres wird der Vorsitzende Reinhard Behr auf der Jahreshauptversammlung am 9. Februar 2006 um 20 Uhr und
beim Buurnreken am 24. Februar 2006 um 19.30 Uhr (beides
Ashausener Hof) erzählen.

zu Teil 11

Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (11. und vorerst letzter Teil)

aus “Unser Stelle” 3/2006

„Alarm!“

Dabei denkt ein Reetdachhaus sofort an Feuer. Meine Bewohner hatten deshalb immer 1 bis 2 Ledereimer mit Wasser neben dem „Dingen“, dem Ofen, stehen. Und in der Butzenwand links vom Dingen kann man noch die kleine Öffnung sehen, durch welche die Bauersfrau aus dem Bett das „Flett“, den Quergang mit dem Küchenbereich übersehen konnte. Es passierte schon, dass jemand
im Winter nachts Holz nachlegte und die Ofentür nicht richtig verschloss. Da überall Stroh und Heureste rumlagen, hätte ein
Funken mein Ende sein können, auch ein Ende für meine Familie und das Dorf.
Ich erinnere mich noch gut an den Brand in Pattensen vor 125 Jahren, als dort nur die Kirche stehen blieb. Ich wurde aufgeschreckt, als die
Ashausener Feuerspritze, gezogen von 2 Pferden, wie wild an mir vorbei raste. Sie war tatsächlich die erste Hilfe am Brandherd gewesen und wurde dafür prämiert! (Noch heute eifert die Ashausener Feuerwehr dieser Tradition mit Erfolg nach!). Doch Ledereimer und Feuerhaken, der außen an der Traufseite hing und beim Auseinanderreißen des Reetdaches eingesetzt wurde, hatten damit nicht gleich ausgedient.
Vor 112 Jahren, genau am 30. Mai 1894, gründeten die Ashausener ihre Ortsfeuerwehr offiziell. Und nun kommt es: Zum ersten Feuerwehrhauptmann wurde ein Heinrich Müller gewählt! Dreimal dürft ihr raten, wo der gewohnt hat! Und darauf bin ich Oles Huus noch heute ein bisschen stolz. Dieser Heinrich Müller hat als junger
Mann auch für seinen Onkel, den Großvater von Heinrich Neven, öfter Bier ausgefahren. Dass er deshalb so gut „löschen“ konnte und zum Feuerwehrchef taugte, ist natürlich nur eines der üblichen
Gerüchte.

Zurück zu Dat Ole Huus.

Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (9)

aus “Unser Stelle” 11/2005

„Älter darf man werden, nur nicht krank“,

sagt der Volksmund und denkt dabei auch an die Kassen. Nun, mir geht es ähnlich, ist doch meine westliche Seite „krankenhausreif“ und die Kassen kommen nicht zu Potte.
Der Heimatverein, voran Reinhard Behr, bemüht sich seit einem Jahr um die notwendigen „Kassenzuschüsse“, ohne die meine Operation nicht stattfinden kann. Von mehreren Seiten liegen inzwischen Zusagen vor, nur die letzte fehlt. Wenn aber die Operation nicht bis zum Dezember begonnen werden kann, verfällt ein Teil der bereits gegebenen Zusagen.
So beißt sich manchmal der Hund in den Schwanz! Wie das ausgeht, werde ich wohl demnächst erzählen und Einzelheiten berichten können. Der Heimatverein jedenfalls hat seine Hausaufgaben gemacht und auch die notwendigen Kostenvoranschläge eingeholt. Es könnte sofort losgehen! Bei genügend Barmitteln gäbe es natürlich kein Problem.
Da fällt mir ein, dass neulich sogar eine Frau aus dem fernen Soltau für mich 100 Euro gespendet hat. Es war ein Dankeschön dafür, dass jemand aus Ashausen ihre Geldbörse gefunden hatte und auf den Finderlohn verzichtete. Wenn 3000 Einwohner aus Ashausen Geldbörsen finden würden, wären das…
Uns fehlen nun also nur noch die Verlierer.

zu Teil 10

gereimte Gedanken zum “Olen Huus”

Dat Ole Huus hat so viel erlebt,
davon hier nun ein bisschen in Reimen steht.

Dat ole Huss-Gedicht

Dat Ole Huus

Dat Ole Huus ist wirklich olt, ja alt
schon eine ganze Zeit ganz leer und kalt.
Vor vielen Jahren noch voller Leben,
doch irgendwann alles aufgegeben.
Kein Schwein, keine Kuh und auch kein Pferd,
kalt bleibt in der Küche jetzt der Herd.
Es riecht nicht mehr nach Heu und Stroh,
darin früher der Knecht und die Magd ganz froh
ein bisschen tollten, mal so und mal so.

Selbst der Hahn jagte hinter der Henne
immer wieder durch die Tenne
und musste sie sich oft mal ducken,
dann fing sie auch bald an zu glucken.
Die Bäuerin und der Bauer haben mit aller Kraft
für die Familie zum Leben sich etwas geschafft.
Vom frühen Morgen bis abends spät
die Felder beackert, das Korn wurde gesät.

Doch irgendwann, so ist es im Leben,
mussten sie wahrscheinlich alles aufgeben.
Bald war das Haus dann leer,
ein und aus ging keiner mehr.
Es war keiner mehr da mit freundlichem Gruß,
man spricht jetzt nach Jahren vom Olen Huus.

Der Ziehbrunnen vor dem Olen Huus,
die lange Stange hoch auf, wie zum Gruß,
an alle, die hier vorbei fahren und gehen,
aber keinen mehr Wasser holen sehen.

Eine ganze Zeit konnte man sehen, wie schlecht es mir geht.
Das Dach wurde immer schlechter, zu alt war das Reet.
Zum Glück wurde der Heimatverein gegründet.
Für jeden mit dem Gedanken,
das Ole Huus zu schützen und es wieder zu beleben.
Dann wurde das Ole Huus vom Besitzer übernommen.
Jetzt konnten die Mitglieder zum Arbeiten kommen.

Der Heimatverein mit seinem starken Willen
möchte das Ole Huus wieder mit Leben erfüllen.
Mit viel Fleiß und mit viel Mut
wird jede Arbeit immer gut.
Durch die vielen großen Spenden
konnte man so manche Arbeit vollenden.

Das Ergebnis ließ nicht lange auf sich warten
und man konnte zur ersten Veranstaltung starten.
Man war sich einig im Verein,
ein Weihnachtsmarkt sollte es sein.
Bekannte Kreative aus der Region
stellten unter dem Titel “Kunst und Punsch” ihre Werke aus
und viele Besucher füllten das Haus.

Auch die Landfrauen halfen fleißig wie die Bienen,
mit dem “Huuscafe” etwas für den Verein mit zuverdienen.
So mancher erfüllte sich seinen Wunsch,
danach eine Bratwurst, dazu einen Punsch.

Etwas Musik, es wurde auch gesungen,
es war auf jeden Fall alles gut gelungen.
Jetzt wird das Leben im Olen Huus erhalten,
neue Ideen zu bringen und bald zu veranstalten.

Durch meine Freundschaft mit Erika und Klaus-Dieter Klose aus jungen Jahren
habe ich erst alles von Ashausen erfahren.
Ich komme seit Jahren auch gerne zum Flohmarkt hierher,
daher kenne ich auch Reinhard Behr.
Ich bewundere sein Wissen und Können, auch all seine Kraft,
ich wünsche ihm, dass er es noch viele Jahre so schafft.

Ich hoffe, es soll noch recht lange so weitergehen,
wir werden es in den nächsten Jahren ja sehen.

In Freundschaft
Horst Kaczmareck

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