Archiv der Kategorie: Dat Ole Huus

Klassik unterm Reetdach

Das Rotenbek Trio begeisterte im Olen Huus!

Die Mitglieder des Rotenbek Trios

Von Japan über Bulgarien bis nach Spanien und weiter nach Südamerika reichte die Herkunft der Komponisten, deren Werke das Rotenbek Trio jetzt im Olen Huus in Ashausen spielte. Kammermusik vom Feinsten gaben Heike Krugmann, Stefan Rother und Peter Lohse auf ihren Konzertgitarren im Domizil des Heimatvereins Ashausen e.V. zum Besten. Das Konzert in D-Dur von Vivaldi in drei Sätzen stimmte das Publikum auf das abwechslungsreiche Programm ein. „Vier baskische Chansons“ von Jesus Guridi, ursprünglich für Klavier und Singstimme komponiert, hatte in der dreistimmigen Bearbeitung für Gitarre einen ganz eigenen Charme.

Durch die abwechslungsreiche Moderation der Künstler erhielten die Konzertbesucher auch interessante Informationen über die Entstehungsgeschichte der einzelnen Stücke und ihre Bedeutung.

Obwohl einer der Spieler in einem gewaltigen Verkehrsstau steckte, und das Konzert erst verspätet beginnen konnte, tat dies der Begeisterung unter den Besuchern keinen Abbruch. Mit zwei Zugaben, dem Choral „Straf mich nicht in deinem Zorn“ von Johann Sebastian Bach zum Schluss, verabschiedete sich das Rotenbek Trio aus der urigen Spielstätte. Mitglieder des Heimatvereins sorgten bei sonnigem Wetter für eine abwechslungsreiche Bewirtung mit Prosecco, Wein, Bier und Bratwurst. Die Konzertreihe wird in unregelmäßigen Abständen mit verschiedenen Künstlern fortgesetzt.

Vielen Dank an Antje & Volker Klatt für die tollen Fotos!
Mit einem Klick kann man zwischen Vorschaubildern (hier Klick auf’s Bild und das Bild wird groß) und Diashow wechseln.

Pasión por la guitarra

Das Rotenbek Trio kommt am 2. Juli ins Ole Huus!
 
Nach einer Schaffenspause meldet sich das renommierte Rotenbek Trio mit seinem Programm für die klassische Konzertgitarre mit neuen Auftritten zurück. Pasión por la guitarra heißt es am Sonntag, 2. Juli ab 17 Uhr in Dat Ole Huus, Ashausen. Ein Schwerpunkt dieses Konzerts sind spanische und lateinamerikanische Kompositionen. Das Rotenbek Trio spielt u.a. Werke von Albeniz, Granados, Piazzolla und Rizzo.
 
Das Trio besteht bereits seit 1980. Neben den Gründungs-mitgliedern Heike Krugmann und Peter Lohse gehört Stefan Rother seit 2005 dazu. Die Künstler kennen sich seit ihrem Studium an der Musikhochschule Lübeck.
 
Ihr Mentor war Prof. Albert Aigner, der sich auch als Dozent und Mitbegründer zahlreicher nationaler und internationaler Fortbildungskurse für Lehrer und konzertierende Künstler einen Namen gemacht hat.
 
Die Mitglieder des Rotenbek Trios

Krugmann, Lohse und Rother sind vielseitige Musiker und Künstler – als Musikpädagogen, Ensembleleiter, Arrangeure und ambitionierte Gitarristen. Stets bleiben sie ihrem Bestreben treu, stilistisch anspruchsvolle Kammermusik aus allen Epochen zu präsentieren.

Fünf CDs wurden während des Bestehens eingespielt. Viele der darauf enthaltenen Kompositionen sind dem Rotenbek Trio gewidmet, das seinen Namen dem Gründungsort östlich von Hamburg verdankt. Wer sich im Netz auf die Suche macht, findet nur wenige arrivierte Gitarrenensembles – das Rotenbek Trio ist eines von ihnen. Anfang Mai spielte das Rotenbek Trio bereits im ausverkauften Studio E in der Laeiszhalle.

Vor dem Konzert und in der Pause bewirtet der Heimatverein Ashausen e.V. die Gäste mit Getränken und leckeren Sachen.

 
Der Eintritt ist frei – die Künstler freuen sich über einen Beitrag in die Hutkasse.
 

Kunst & Punsch am Olen Huus

Alle Jahre wieder gibt es in Ashausen am 2. Adventswochenende Kunst, Punsch, Live-Musik und vieles mehr. kunstpunsch_plakat_2016Für dieses Jahr haben sich wieder etliche Kunsthandwerker aus der Region angemeldet. Ausgestellt werden u.a. Betonobjekte, Keramiken, Holzfiguren oder auch selbst genähte Kinderkleidung von Henrike Wilckens. Außerdem sind als neue Aussteller Claudia Scholl mit Gestricktem
und Marion Gröne mit Keramikschmuck dabei. Als musikalische Highlights gibt es am Samstag gegen 17.00 Musik von „SaxKonträr“,
Sonntag stimmt die Formation „Pine Alley“ besinnliche und Liebeslieder an, gegen 15.00.
Außerdem gibt es um 11 Uhr einen Gottesdienst auf der Tenne, erneut mit dem Ashäuser Kindergospelchor. In die gute „Stuv“ im Olen Huus locken köstliche Kuchen und Kaffeeduft und im kleinen Budendorf vor der „Grootdör“ gibt es traditionell Punsch und Bratwurst, viele andere Leckereien und auch Kreatives zu entdecken. Und zu guter Letzt heißt es am Sonntagnachmittag um 17.00 : „Kinder, plündert den Tannenbaum !“
Neugierig ?
Die Ausstellung ist geöffnet Samstag 3. Dezember 14-20 Uhr und
Sonntag nach dem Gottesdienst ab 12-18 Uhr.

Ich, dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte

Als 2004 die Ausstellung „Kunst & Punsch“ das erste Mal am und im „Olen Huus“ in Ashausen stattfand, war dies für die meisten Besucher die erste Gelegenheit, sich das „Ole Huus“ von innen anzusehen.

Viele waren von dem Charme des Hauses begeistert. In der Zeitung „Unser Stelle“ wurde in der nächsten Zeit das Haus und die Aktivitäten des Heimatvereins Ashausen vorgestellt.

zu Teil 1
Das „Ole Huus“ erzählt seine Geschichte (1)

Das niederdeutsche Fachwerk-Hallenhaus

Das „Ole Huus“ in Ashausen ist ein typisches Zweiständerhaus.

Das von der Giebelseite erschlossene, niederdeutsche Hallenhaus beherrscht vom Zwei- bis Vierständerbau in weiten Teilen Norddeutschlands die Dorfbilder.
In der Grundform stützen zwei Hauptständen jeweils einen Dielenbalken, auf dem wiederum die Dachsparren aufgelagert sind.

Grundrisse-und-Schnitte

Die niedrigen Seitenteile, Kübbungen genannt, dienten als Stallungen und haben beim Zweiständerbau keine konstruktive Bedeutung.

Beim Vierständerhaus wurde die Außenwand auf die Höhe
der Hauptständer gebracht.
Nun ruht der Dielenbalken auf den Hauptständern und den Außenwänden zugleich. Die Außenwände sind nun tragend, was bei Veränderungen berücksichtigt werden muss.

Das Hallenhaus wunde in seiner Längsachse aus sogenannten Gebinden (jeweils ein Ständerpaar mit Dielenbalken und Gespärre/ Dachsparren) zusammengesetzt. Der Gebindeabstand um 3.0 m bildet die Maßeinheit, die in der Fassade (Traufseite) die Abstände der zwischengestellten senkrechten Stiele, verbunden durch waagerechte Riegel, und damit die Proportionen der Gefache. (Ausmauerungen und Öffnungen) vorgab.
Das innere Gefüge des Hauses ist nach außen sichtbar. Die Hauptständer und Dielenbalken zeigen vor allem am Giebel das Tragegerüst. Streben belegen die konstruktiv notwendige Aussteifung.
Der „Hahnenbalken“, d.h. die obere Querverbindung der Sparren, wurde oft durch eine größere Holzstärke – ebenso wie der Dielenbalken über der „Grotdör“ – durch Farbigkeit und Inschrift hervorgehoben. Der Wirtschaftsgiebel war zugleich der Schaugiebel des Hauses zur Straßenseite.

Das niederdeutsche Fachwerk-Hallenhaus

Das „Ole Huus“ in Ashausen ist ein typisches Zweiständerhaus.

Das von der Giebelseite erschlossene, niederdeutsche Hallenhaus beherrscht vom Zwei- bis Vierständerbau in weiten Teilen Norddeutschlands die Dorfbilder.
In der Grundform stützen zwei Hauptständen jeweils einen Dielenbalken, auf dem wiederum die Dachsparren aufgelagert sind.

Grundrisse-und-Schnitte

Die niedrigen Seitenteile, Kübbungen genannt, dienten als Stallungen und haben beim Zweiständerbau keine konstruktive Bedeutung.

Beim Vierständerhaus wurde die Außenwand auf die Höhe
der Hauptständer gebracht.
Nun ruht der Dielenbalken auf den Hauptständern und den Außenwänden zugleich. Die Außenwände sind nun tragend, was bei Veränderungen berücksichtigt werden muss.

Das Hallenhaus wunde in seiner Längsachse aus sogenannten Gebinden (jeweils ein Ständerpaar mit Dielenbalken und Gespärre/ Dachsparren) zusammengesetzt. Der Gebindeabstand um 3.0 m bildet die Maßeinheit, die in der Fassade (Traufseite) die Abstände der zwischengestellten senkrechten Stiele, verbunden durch waagerechte Riegel, und damit die Proportionen der Gefache. (Ausmauerungen und Öffnungen) vorgab.
Das innere Gefüge des Hauses ist nach außen sichtbar. Die Hauptständer und Dielenbalken zeigen vor allem am Giebel das Tragegerüst. Streben belegen die konstruktiv notwendige Aussteifung.
Der „Hahnenbalken“, d.h. die obere Querverbindung der Sparren, wurde oft durch eine größere Holzstärke – ebenso wie der Dielenbalken über der „Grotdör“ – durch Farbigkeit und Inschrift hervorgehoben. Der Wirtschaftsgiebel war zugleich der Schaugiebel des Hauses zur Straßenseite.

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„Dat Ole Huus erzählt seine Geschichte (1)

Die Geschichte des „Olen Huus“ wurde von 2005 bis 2006 in 11 Teilen  in „Unser Stelle“ erzählt.

Teil 1 aus „Unser Stelle“ 2/2005

Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte

Ich bin dat Ole Huus von Ashausen und stehe an markanter Stelle im alten Dorf, direkt an der Scharmbecker Straße, Ecke Holtorfsloher Weg.
Dat Ole Huus (1) mit Logo
Ich wurde etwa vor 200 Jahren errichtet. Mein genaues Geburtsdatum habe ich vergessen. Auch über meine „Eltern“ weiß ich nicht mehr viel. Ich glaube, es war ein bis dahin leibeigener Bauer gewesen, der sich endlich ein bisschen selbständig machen konnte. Denn es war die Zeit der Napoleonischen Kriege vorbei. In den deutschen Ländern wurden die Bauern endlich frei. Was ihnen aber fehlte, war das Geld. Deshalb konnten sie oft nur kleine Landflächen erwerben und sich nur einfache Häuser bauen. Auch ich bin so eine bescheidene Abbauernstelle, ein Haus mit dem notwendigen Grundriss für die Nebenerwerbsbauer und für seine Familie: eine Deele mit den Stallungen für die Tiere rechts und links, ein Querflur, das Flett. Hier steht der Dingen, der einzige Ofen, dessen Rauch unter mein Dach zog und durch eine kleine Öffnung im Giebel hinaus. Der Rauch diente sowohl der Imprägnierung meines Daches als vor allem auch der Räucherei von Fleisch und Wurst. Den Geruch könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Mich nennt man deshalb auch Rauchhaus.
Hinter dem Flett liegen zwei kleine Kammern, die Döns, Zimmer mit den Schlaf-Schränken, den Butzen, die teilweise erhalten sind. In ihnen schliefen „meine“ Leute eng aneinander gekuschelt auf Strohsäcken, die Alten mit den Jungen. Oft schlief auch jemand bei den Tieren, die die Menschen im Winter wärmten, wenn die Holzbalken im Haus morgens mit Reif überzogen waren und Eisblumen die kleinen Fensterscheiben undurchsichtig machten.

Mein Erhaltungszustand ist nach 200 Jahren sehr unterschiedlich, aber Dr. Wiese vom Kiekebergmuseum hat mich in einem Gespräch als „hochgradig erhaltenswert“ eingestuft. Ganz nett von ihm und sehr „aufbauend“ für mich. Mancher Mensch wäre über so ein Lob auch glücklich. Mir fehlt nur noch die Kosmetik! Trotzdem darfst du mal vorbeikommen und mich ansehen.

Dein Oles Huus

zu Teil 2

Ich, Dat Ole Huus, erzähle meine Geschichte (2)

aus „Unser Stelle“ 4/2005

Flett?

Fast unglaublich! Da habe ich doch Anrufe bekommen, ob man im Flett baden könne! Zur Klarstellung der Begriffe deshalb die Zeichnung und der Blick in ein Niederdeutsches Hallenhaus
oder Einheitshaus (weil Mensch und Tier unter einem Dach lebten).

Zeichnung Niederdeutsches Hallenhaus (Teil 2)

So ungefähr – nur kleiner – sehe ich innen aus. Und so ging es auch in meinen Räumen zu.
Wie ihr seht, habe ich keinen Schornstein – ich bin nämlich ein Rauchhaus. Der Rauch aus dem Dingen, dem gemauerten Ofen, zog durch das Haus und konservierte Balken, Strohdach, Schinken und Würste, die an der „Decke“ hingen. Meine Leute erkannte man daher stets und überall an ihrem intensiven Geruch.

zu Teil 3